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Im 3 Königinnen Palais auf der Schlossinsel Mirow ist eine Büste von Sophie Charlotte, Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz und spätere Königin von Großbritannien und Irland, zu bestaunen.

(06.03.2025) Mecklenburg-Vorpommern hat viele inspirierende Frauen hervorgebracht, die in verschiedenen Bereichen herausragende Leistungen erbrachten. Von bahnbrechenden Wissenschaftlerinnen über charismatische Politikerinnen bis hin zu talentierten Künstlerinnen - diese Frauen haben die Region und darüber hinaus geprägt. Wir werfen einen Blick auf einige dieser bemerkenswerten Persönlichkeiten.

Sophie Charlotte (1744–1818)

Sophie Charlotte zu Mecklenburg-Strelitz wurde 1744 in Mirow geboren. In ihrer Jugend lebte sie auch zeitweise in Neustrelitz. Nach ihrer Heirat mit dem englischen König Georg III. wurde sie 1761 Königin von Großbritannien und Irland. Sie meisterte die Umstellung von der mecklenburgischen Provinz in die englische Großstadt London. Queen Charlotte war eine begeisterte Botanikerin und engagierte sich für den Ausbau der botanischen Gärten im Londoner Stadtteil Kew, die noch heute zu den schönsten Gartenanlagen im Land zählen. Der Leiter des botanischen Gartens bedankte sich, indem er die Paradiesvogelblume nach der Heimat seiner Königin benannte: die Strelitzie. Das Leben von Sophie Charlotte war zudem Inspiration für die Fernseh-Serie "Queen Charlotte".

Emilie Mayer (1812-1883)

Emilie Mayer kam 1812 in Friedland (Mecklenburg) zur Welt. Bereits als Fünfjährige bekam sie Klavierunterricht, ihre musikalische Ausbildung erhielt sie später in Stettin und Berlin. Emilie Mayer unternahm zahlreiche Konzertreisen. Ihre Kompositionen fanden auch auf internationaler Bühne Anerkennung. Bereits zu Lebzeiten hatte Emilie Mayer den Ruf als "weiblicher Beethoven". Sie schuf acht Sinfonien, zahlreiche Konzertouvertüren und Kammermusikwerke. Lange Zeit war Emilie Mayers Werk vergessen, aber heute gilt sie als eine der bedeutendsten deutschen Komponistinnen des 19. Jahrhunderts. Emilie Mayer wurde auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof I im Berliner Ortsteil Kreuzberg beigesetzt, 2021 wurde ihr Grab als Ehrengrab des Landes Berlin ausgezeichnet.

Selbstbildnis von Marie Hager, um 1930, Öl auf Karton.

Marie Hager war eine Malerin, die 1872 in Penzlin geboren wurde, später zog die Familie nach Dargun. Anfangs studierte Marie Hager Gesang, wechselte dann aber zur Malerei. In Burg Stargard ließ sie sich 1921 ein Haus mit Atelier bauen. Marie Hager nahm regelmäßig an zentralen Ausstellungen teil und etablierte sich als Landschafts- und Architekturmalerin. Marie Hager verstarb 1947 und wurde auf dem Bergfriedhof in Burg Stargard beerdigt. Dort kümmert sich der Marie Hager-Kunstverein um ihr Vermächtnis. Ihr altes Wohnhaus wurde zur Erinnerungsstätte umgebaut und ist seit 1996 als "Marie-Hager-Haus" der Öffentlichkeit zugänglich.

Rosa Katz (1885–1976)

Rosa Katz kam 1885 in Odessa zur Welt. Sie studierte Psychologie an der Universität Göttingen und schloss das Studium 1913 erfolgreich mit der Promotion ab. Zwischen 1919 und 1935 lebte Rosa Katz mit ihrer Familie in Rostock und beschäftigte sich während dieser Zeit wissenschaftlich mit der Sprachentwicklung und dem Sozialverhalten von Kindern. In ihren Publikationen machte Rosa Katz die reformpädagogischen Ideen von Maria Montessoris in Deutschland bekannt. In Warnemünde gründete sie einen wandernden Kindergarten, der nach dem Montessori-Prinzip arbeitete. Durch die Repressionen der Nationalsozialisten siedelte sie 1935 erst nach England, später dann nach Stockholm um. Dort bildete sie schwedische Schulpsychologen in Diagnostik aus. 1964 erhielt sie die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. An der Universität Rostock ist das Institut für Pädagogische Psychologie nach Rosa Katz und ihrem Mann benannt.

Meta Sander (1906-1996)

Meta Sander wurde 1906 in Mülhofen im Rheinland geboren. An der Universität Köln studierte sie Humanmedizin. Nach ihrer Promotion zog Meta Sander 1933 erst nach Greifswald, wenig später nach Rostock, wo sie unter anderem in der Universitätsklinik tätig war. Neben ihrer Arbeit als Ärztin bildete Meta Sander auch Hebammen aus. Von 1948 bis 1951 übernahm sie die ärztliche Leitung der Schwesternschule. In den 50er Jahren war sie Dozentin für Geburtshilfe und Gynäkologie. In diesem Fachgebiet erhielt Meta Sander später auch eine Professur an der Universität Rostock als erste Frau in der DDR. Sie spielte eine wichtige Rolle beim Aufbau der Gesellschaft für Frauenheilkunde und machte sich auf dem Gebiet der gynäkologischen Krebschirurgie einen Namen. In der Landeshauptstadt Schwerin ist eine Straße in der Werdervorstadt nach Meta Sander benannt.

Brigitte Reimann (1933–1973)

Brigitte Reimann kam 1933 in Burg bei Magdeburg auf die Welt. In ihrer Jugend erkrankte sie an Kinderlähmung, weswegen sie beschloss, Schriftstellerin zu werden. Schon in ihrer Schulzeit schrieb Brigitte Reimann erste Theaterstücke. In der Folgezeit kamen zahlreiche Erzählungen, Romane, ein Fernseh- und zwei Hörspiele hinzu. Ihre Erzählung "Ankunft im Alltag" prägte den Begriff "Ankunftsliteratur" in der DDR. Von 1968 bis 1973 lebte Brigitte Reimann in Neubrandenburg, was sie zum Schreiben ihres bekanntesten Romans "Franziska Linkerhand" motivierte. In Neubrandenburg widmet sich das Brigitte-Reimann-Literaturhaus dem Schaffen der Schriftstellerin.

Weitere bekannte Frauen, deren Leben Spuren in Mecklenburg-Vorpommern hinterließen, finden Sie online unter frauen-in-mv.de.


Bilder: Im 3 Königinnen Palais auf der Schlossinsel Mirow ist eine Büste von Sophie Charlotte, Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz und spätere Königin von Großbritannien und Irland, zu bestaunen. © TMV/ Markus Kirchgessner | Selbstbildnis von Marie Hager, um 1930, Öl auf Karton. © Stadt Burg Stargard